Ergänzungsstudie zum Abschlussbericht untersucht welchen Einfluss der H2 Bedarf für die eSAF Produktion auf die H2 Bereitstellung hat

Dieser ergänzende Bericht erweitert den Umfang des abschließenden Projektberichts von HyNEAT (zum Abschlussbericht), indem er den Wasserstoffbedarf (H₂) für H₂-basierte nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) in die Bewertung der Versorgungsinfrastruktur für flüssigen Wasserstoff (LH₂) einbezieht. Während sich die Hauptstudie ausschließlich auf die Infrastruktur für die direkte H₂-Nutzung konzentrierte, erweitert diese Analyse diesen Blickwinkel durch eine umfassende Bewertung eines europäischen Flughafennetzwerks, die den erheblichen H₂-Bedarf im Zusammenhang mit der eSAF-Produktion berücksichtigt. Um die Vorgaben von ReFuelEU Aviation zu erfüllen und die Skalierbarkeitsengpässe bei biogenen Kraftstoffen zu überwinden, muss der Sektor bei der Dekarbonisierung von Langstreckenflügen auf eSAF setzen. Im Gegensatz zu Biokraftstoffen entsteht durch den „Power-to-Liquid“-Ansatz ein erheblicher Bedarf an erneuerbarem H₂. Daher ermittelt diese Studie die zukünftige Nachfrage nach eSAF und LH₂ und modelliert die parallelen Lieferketten für LH₂ und eSAF, um deren aggregierte Auswirkungen auf das europäische Energiesystem, die Infrastrukturoptimierung und die makroökonomische Landschaft unter verschiedenen Einführungsszenarien zu ermitteln.

Unsere Ergebnisse:

  • Die Einbeziehung von eSAF, wie in der ReFuelEU-Luftfahrtverordnung festgelegt, erhöht den Gesamt-H₂-Bedarf des Luftverkehrssektors erheblich, da die eSAF-Produktion einen enormen indirekten H2-Bedarf erzeugt, der selbst im „Moonshot“-Szenario den Bedarf für den direkten LH₂-Antrieb um das Neunfache übersteigt.
  • In einem kostenoptimierten parallelen Versorgungsnetz wird LH2 überwiegend per Schiff aus Regionen mit niedrigen Produktionskosten, wie beispielsweise Chile, importiert. Umgekehrt wird gasförmiger Wasserstoff für europäische eSAF-Raffinerien hauptsächlich über Pipelines aus Europa und Marokko geliefert.
  • Der zusätzliche Wasserstoffbedarf für die heimische eSAF-Produktion treibt zudem die Gesamtkosten für LH2 in die Höhe, da die Produktion aufgrund der gestiegenen Nachfrage nicht mehr auf die kostengünstigsten Regionen in Europa beschränkt werden kann.
  • Um den europäischen Luftfahrtbedarf mit einem eSAF-Importanteil von 60 % zu decken, ist ein massiver Ausbau des europäischen Energiesystems erforderlich, einschließlich einer Steigerung der Solar-PV-Kapazität um 76 % und einer Steigerung der Elektrolyseurkapazität um 90 %.
  • Aus makroökonomischer Sicht bietet die Produktion von eSAF und LH2 in potenziellen Exportländern eine erhebliche Wertschöpfung. Länder wie Marokko und Südafrika weisen aufgrund arbeitsintensiver Phasen in der Lieferkette ausgeprägte Beschäftigungsmultiplikatoren auf, während Australien und Kanada hohe Multiplikatoren beim Haushaltseinkommen und beim Bruttoinlandsprodukt aufweisen.

Unsere Empfehlungen:

  • Bei der Infrastrukturplanung muss die parallele Entwicklung der LH2- und eSAF-Lieferketten proaktiv berücksichtigt werden, um Ressourcenkonkurrenz und Versorgungsengpässe zu vermeiden.
  • Ein rascher und koordinierter Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung, insbesondere der Solarphotovoltaik, sowie der Elektrolysekapazitäten ist entscheidend, um den künftigen H2-Bedarf zu decken, ohne die allgemeine europäische Energiewende zu beeinträchtigen.
  • Europa sollte strategische und diversifizierte internationale Handelspartnerschaften aufbauen, um einen erheblichen Teil seines Bedarfs an eSAF und LH2 zu importieren. Dies mindert den extremen Druck auf das heimische Energiesystem und fördert gleichzeitig globale makroökonomische Vorteile sowie die Versorgungssicherheit.

Der vollständige Bericht, einschließlich aller Annahmen und Methoden, steht hier zum Download bereit.